So wird der Gesund-Score berechnet

Der Gesund-Score beruht auf einem veröffentlichten Rechenweg für Nährwerte. Sein Ergebnis wird nach festen Regeln in eine Zahl von 0 bis 100 umgerechnet. An einem echten Brot zeigen wir jeden Schritt.

Vom Etikett zum Score

Die Berechnung folgt einem durchgängigen Weg. So bleibt nachvollziehbar, welche Zahl woher kommt.

  1. 1

    Etikett lesen

    Wir ordnen das Produkt eindeutig zu und übernehmen die benötigten Werte je 100 g oder 100 ml.

    Ergebnis: vergleichbare Produktdaten
  2. 2

    Punkte vergeben

    Energie, Zucker, gesättigte Fettsäuren und Salz bringen ungünstige Punkte. Ballaststoffe, Eiweiß und bestimmte pflanzliche Bestandteile bringen günstige Punkte.

    Ergebnis: zwei Punktesummen
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    Rohwert bilden

    Günstige Punkte werden von ungünstigen Punkten abgezogen. Beim Rohwert gilt: niedriger ist günstiger.

    Ergebnis: Nährwert-Rohwert
  4. 4

    Auf 0 bis 100 übersetzen

    Feste Grenzen übertragen den Rohwert auf den Gesund-Score. Auf dieser Skala gilt: höher ist günstiger.

    Ergebnis: Gesund-Score

Was fließt ein?

Zwei Seiten derselben Rechnung

Der Rechenkern folgt dem aktualisierten Nutri-Score-Algorithmus von 2023. Er betrachtet je nach Produktgruppe diese Faktoren:

Ungünstige Punkte

Mehr Energie, Zucker, gesättigte Fettsäuren und Salz können den Rohwert erhöhen.

Günstige Punkte

Ballaststoffe, Eiweiß sowie qualifizierende Anteile von Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten können den Rohwert senken.

Für Getränke, Käse, rotes Fleisch sowie Fette, Öle, Nüsse und Samen gilt dieselbe Rechnung mit angepassten Punktegrenzen, weil sich diese Lebensmittel in ihrer Zusammensetzung von den übrigen unterscheiden. Diese Abweichungen stehen im veröffentlichten Algorithmus. Begriffe wie „Vollkorn“ oder eine kurze Zutatenliste erhalten nicht automatisch Extrapunkte.

Konkretes Beispiel

Harry Bäckerfrisch Vollkornbrot: von den Nährwerten zu 81 Punkten

Alle Angaben beziehen sich auf 100 g und auf den Produktstand, mit dem wir rechnen.

1. Ungünstige Punkte zusammenzählen

FaktorWert je 100 gPunkte
Energie902 kJ+2
Zucker2,5 g+0
Gesättigte Fettsäuren0,3 g+0
Salz1,2 g+5
Ungünstige Punkte gesamt7

2. Günstige Punkte zusammenzählen

FaktorWert je 100 gPunkte
Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte0 %−0
Ballaststoffe8,0 g−5
Eiweiß6,6 g−2
Günstige Punkte gesamt7

3. Rohwert berechnen

7 ungünstige Punkte − 7 günstige Punkte = Rohwert 0

Beim Rohwert ist eine kleinere Zahl günstiger. Rohwert 0 liegt bei gewöhnlichen festen Lebensmitteln im höchsten Bereich.

4. Rohwert auf 0 bis 100 übertragen

Für einen Rohwert von 0 legt die veröffentlichte Umrechnung 81 von 100 Punkten fest. Das ist keine frei geschätzte Bewertung, sondern das Ergebnis der festen Tabelle.

Produktseite mit Quellen öffnen

Richtig lesen

Was die Zahl bedeutet und was nicht

Der Score ordnet das Nährwertprofil des konkreten Produkts nach derselben Methode ein. Je höher die Zahl, desto günstiger das Nährwertprofil. 82 Punkte sind aber nicht doppelt so gut wie 41 Punkte.

  • Keine medizinische Aussage: Der Score ist keine Diagnose, Therapie oder persönliche Ernährungsberatung.
  • Kein kompletter Speiseplan: Er bewertet weder deine gesamte Ernährung noch eine passende Portionsgröße.
  • Keine Sicherheitsfreigabe: Bei Allergien und Unverträglichkeiten zählt die aktuelle Packung.
  • Keine persönliche Empfehlung: Ein höherer Wert muss in deiner Situation nicht die passendere Wahl sein.

Nahrungsergänzungsmittel, Säuglingsnahrung, Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke und Alkohol sind von der Methode ausgeschlossen.

Einordnen

Vergleiche und Ranglisten

Damit du einen Score besser einordnen kannst, vergleichen wir ein Produkt mit zwei Gruppen: mit den anderen Produkten seiner Kategorie und mit allen Produkten, für die wir einen Gesund-Score berechnet haben.

  • Immer beide Bezüge: Wo wir einen Anteil zeigen, nennen wir beide Gruppen, zum Beispiel „weniger Zucker als 80 % der Brote und 65 % aller Produkte“.
  • „mind.“ vor der Zahl: Fehlen einzelne Angaben, rechnen wir vorsichtig. Der echte Score kann dann nur höher liegen. Solche Produkte stehen trotzdem in Vergleichen und Ranglisten, mit „mind.“ vor der Zahl.
  • „Die gesündesten …“: So eine Überschrift heißt: die Produkte mit dem höchsten Gesund-Score nach unserer Methode. Das ist keine medizinische Aussage und keine persönliche Empfehlung.
  • Datenstand: Ein Vergleich gilt für die Produkte und Angaben zum genannten Datenstand. Neue Produkte oder geänderte Rezepturen können die Reihenfolge ändern.

Den Vergleich mit allen Produkten zeigen wir nur, wenn mindestens 5.000 geeignete Produkte bewertet sind. Er bezieht sich auf unseren Katalog und ist kein Urteil über alle Lebensmittel der Welt. Mehr zur Herkunft der Daten steht unter Quellen und Datenqualität.

Daten aus Open Food Facts

Wie wir Produkte ohne geprüftes Etikett bewerten

Für viele Produkte liegen uns nur die Nährwerte aus Open Food Facts vor, einer offenen, von Freiwilligen gepflegten Datenbank. Wir rechnen sie mit derselben Formel wie alle anderen Produkte, nach der aktuellen Methode. Das Etikett prüfen wir dafür nicht, die Angaben stammen ungeprüft aus der Quelle. Die Produktseite nennt Quelle und Datenstand.

  • Fehlende Angaben zählen als 0: Nicht angegebene Ballaststoffe und ein unbekannter Anteil an Obst, Gemüse oder Hülsenfrüchten bringen keine Pluspunkte. Der Score kann dadurch nur zu niedrig ausfallen, nicht zu hoch. Dann steht „mind.“ vor der Zahl.
  • Lieber kein Score als ein unsicherer: Lässt sich ein Produkt aus den Angaben nicht sicher berechnen, steht statt der Zahl ein kurzer Hinweis, woran es liegt, oder „Score folgt“, wenn eine fehlende Angabe noch nachgetragen werden kann.
  • Bewusst ohne Score: Für alkoholische Getränke, Sportnahrung, Nahrungsergänzung und Babynahrung berechnen wir keinen Score.
Details für Fachleute

Diese Regeln gelten für Scores, die wir aus Open-Food-Facts-Angaben berechnen. Sie sorgen dafür, dass eine Lücke oder eine unklare Einheit den Score nie zu günstig macht.

  • Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte aus der Zutatenliste: Wo der Anteil den Score stark beeinflusst (zum Beispiel bei Säften, Tomatenprodukten, Hülsenfrüchten, Saucen und Fertiggerichten), lesen wir ihn aus der Zutatenliste in Open Food Facts. Wir zählen nur, was die Liste belegt: genannte Prozentangaben und die Tatsache, dass die Zutaten nach Gewicht absteigend geordnet sind. Nüsse, Samen, Öle, Kartoffeln, Mehle, Gewürze und Aromen zählen nicht. Fehlt die Liste oder ist sie nicht lesbar, zählt der Anteil als 0 und der Hinweis „mindestens“ erscheint. Ob ein höherer Anteil möglich bleibt, steht auf der Produktseite unter „Die Rechnung hinter dem Gesund-Score“.
  • Angaben je 100 ml statt je 100 g (und umgekehrt): Gibt Open Food Facts bei Ölen, Saucen und ähnlichen Produkten die Nährwerte je 100 ml an, rechnen wir mit der ungünstigsten Dichte aus einem festen, dokumentierten Bereich auf 100 g um (Öle 0,90 bis 0,93 g/ml, flüssige oder streichfähige Produkte 0,90 bis 1,30 g/ml, höchstens 1,0 g/ml). Getränke mit Angaben je 100 g lesen wir mit der ungünstigsten Dichte zwischen 1,00 und 1,06 g/ml je 100 ml. Aufgeschlagene Produkte und Eis haben keine verlässliche Dichte und bleiben ohne Score. Kann die Umrechnung den Wert um mehr als 20 Punkte verschieben, berechnen wir keinen Score.
  • Tee, Kaffee, Kakao, Trinkpulver und Suppen: Der Score gilt für das verzehrfertige Produkt. Nährwerte über 400 kJ je 100 g oder 100 ml, mehr als 3 g Salz oder mehr als 25 g Zucker gehören zu Trockenprodukten, Konzentraten oder Brühepasten: Dafür steht keine Zubereitung in den Angaben, und die Seite bleibt ohne Score. Niedrigere Werte lesen wir als Werte des zubereiteten Produkts, das ist die ungünstigere Annahme. Der Anteil an Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten zählt dort als 0.
  • Fehlende Pflichtwerte: Wir begrenzen nur, was sich belegen lässt: Energie aus kcal, gesättigte Fettsäuren höchstens so hoch wie das Gesamtfett, Zucker höchstens so hoch wie die Kohlenhydrate, fehlendes Eiweiß als 0 Punkte. Dabei gilt immer der ungünstigste Fall. Fehlt Salz, oder wäre der Wert dadurch um mehr als 20 Punkte unsicher, berechnen wir keinen Score und schreiben dazu „Score folgt“.
  • Wasser: Als Wasser mit 100 Punkten zählt ein Produkt nur, wenn seine Zutatenliste nur aus Mineral- oder Quellwasser und Kohlensäure besteht, oder (ohne Liste) wenn sein Name einen geschützten Wasserbegriff wie „Mineralwasser“ trägt, kein Geschmacks- oder Fruchtwort enthält und Energie und Zucker 0 sind. Nennt die Zutatenliste eines Wassers Aroma, Zucker oder Säure, zählt es als Getränk und nicht als Wasser. Bleibt der Wasserstatus offen und würde er den Wert um mehr als 20 Punkte ändern, berechnen wir keinen Score.
  • Lebensmittel in Getränkegruppen, Packungsangaben und übernommene Werte: Steht bei einem Produkt einer Getränkegruppe (zum Beispiel Milch) eine Angabe über 400 kJ je 100 g und ordnet Open Food Facts es nicht den Getränken zu, ist es ein Lebensmittel wie Sahne, Kondensmilch oder Schokolade. Wir bewerten es wie verkauft nach der allgemeinen Formel. Kakao- und Trinkpulver bewerten wir ebenfalls wie verkauft, so wie schon bei den geprüften Scores. Kaffee, Tee, Suppen und Getränkezubereitungen bleiben ohne Score, weil die Zubereitung nicht in den Angaben steht. Nennt die Packungsangabe Gewicht und Volumen (zum Beispiel bei Eis), rechnen wir mit dieser Dichte, mit 3 % Toleranz für das Runden. Ordnet Open Food Facts ein Produkt mit Angaben je 100 ml den Getränken zu, gilt die Getränkeformel. Fehlt in den angezeigten Angaben ein Wert, der im Open-Food-Facts-Export steht, übernehmen wir ihn unverändert, aber nur, wenn er für die Produktgruppe plausibel ist. Einen unplausiblen Nullwert (zum Beispiel Salz 0 g bei Käse) übernehmen wir nicht, die Seite bleibt dann ohne Score.
  • Nachweis am Produkt: Unter „Technische Details“ nennt die Produktseite die Quelle, den Datenstand und die Prüfsumme der verwendeten Open-Food-Facts-Zeile.
  • Methodenversionen: Scores der einzeln geprüften Produkte tragen die Version gs-npm-1.0, Scores aus ungeprüften Open-Food-Facts-Angaben die Version gs-npm-1.1-off. Beide nutzen dieselbe Formel und dieselbe Umrechnung auf 0 bis 100. Die bisherigen Scores der Version gs-npm-1.0 bleiben unverändert.

Transparenz

Wer steht hinter den Inhalten?

Kurz gesagt: Menschen entscheiden und verantworten, Programme rechnen und gleichen ab.

  • Texte und Erklärungen: Sie stammen vom Betreiber, der dafür verantwortlich ist. Name und Anschrift stehen im Impressum.
  • Produktdaten: Sie kommen von Herstellern, Händlerseiten und Open Food Facts. Ein Skript gleicht sie mit der genannten Quelle ab. Weichen sie voneinander ab, entscheiden wir das vor der Veröffentlichung; die ursprüngliche Angabe bleibt erhalten.
  • Der Score: Programmcode berechnet ihn aus den gespeicherten Nährwerten nach der aktuellen, dokumentierten Methode. Tests sichern die Rechenregeln ab.
  • Fachprüfung: Eine unabhängige Prüfung durch eine qualifizierte Fachperson nennen wir nur, wenn sie stattgefunden hat und dokumentiert ist.

Einsatz von KI-Werkzeugen: Beim Erstellen von Code, Prüfskripten und Texten sowie bei der Datenaufbereitung helfen uns KI-gestützte Werkzeuge. Veröffentlicht wird erst nach Freigabe durch den Betreiber. Eine Fachprüfung ersetzen die Werkzeuge nicht.

Stand der Fachprüfung: Für diese Seite liegt noch keine abgeschlossene unabhängige ernährungswissenschaftliche Prüfung vor. Eine Seite trägt nur dann einen Prüfhinweis zur Fachprüfung, wenn die Prüfung dokumentiert ist und Prüfdatum, Umfang und Prüfperson direkt dort genannt werden. Der Score ist ein Nährwertprofil und keine fachlich abgenommene Gesundheitsbewertung.

Fachliche Grundlagen

Worauf sich die Methode stützt

Die Berichte definieren Faktoren, Schwellen und die angepassten Regeln für einzelne Produktgruppen im Rechenkern. Die 0-bis-100-Darstellung ist eine eigenständige Präsentation von Gesund-Score.

Aktualisierter Nutri-Score-Algorithmus

Der Bericht des wissenschaftlichen Nutri-Score-Komitees beschreibt den aktualisierten Algorithmus für feste Lebensmittel.

Wissenschaftlichen Bericht öffnen

Berechnungsmethoden 2023

Das offizielle Berechnungsdokument führt die Punktetabellen und Sonderfälle des aktualisierten Algorithmus zusammen.

Berechnungsmethoden öffnen

EU-Lebensmittelinformation

Die Nährwertdeklaration je 100 g oder 100 ml bildet die regulatorische Datengrundlage.

EU-Verordnung 1169/2011